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"Es gibt Zeiten in deinem Leben, da ist es nötig alles hinter dir zu lassen. Zeit, hinauszugehen und mit Gott alleine zu sein, mit der Natur, mit ihren Wesen. Und an diesem einsamen Platz ist der Held oder die Heldin, der Suchende oder Pilger alleine mit den Wesen der Natur. Und an diesem einsamen Ort geht der Mensch auf Innenschau, erhält wie ein Geschenk Antworten, Klarheit, eine Vision, die er mit zurücknimmt zu seiner Gemeinschaft, auf dass sie weiter bestehen kann und blüht und damit das Leben weitergeht.”

(Steven Foster) 


Visionssuche - Was ist das?

Vier Tage und Nächte allein in der Wildnis, fastend und ohne schützende und trennende Wände zwischen uns und der Natur. Du gehst so geschützt wie nötig in die Wildnis, mit minimaler Ausrüstung, die auch in unwirtlichem Wetter der Gesundheit und Sicherheit dient.

Dies schliesst meist warme Kleidung, einen Schlafsack, eine Plane, eine Isomatte zum Schlafen und ausreichend Trinkwasser für den Körper mit ein.

Die Visionssuche ist ein klar strukturierter, ritueller Raum, in den wir unsere ungeklärten Lebensfragen, die Suche nach dem Sinn des eigenen Daseins, nach der innersten persönlichen Eigenart und Bestimmung, nach Neuorientierung im Leben, nach einem sinnerfüllten Alltag im Dienst an der Gemeinschaft hineintragen.

Die Zeit des einsamen Fastens wird von drei Grunderfahrungen geprägt:

  • Verzicht auf Nahrung (Ausnahmen aus gesundheitl. Gründen sind möglich)
  • Verzicht auf “ein Dach über dem Kopf” (außer einer Minimalausrüstung, die Wärme, Trockenheit und gesundheitliche Unversehrtheit gewährleistet)
  • Verzicht auf Kontakt zu anderen Menschen (ausser zu Bäumen, Tieren, Steinen UND sich selbst)

Die Visionssuche ist ein in vielen Kulturen praktiziertes Ritual, mit dem Menschen zu allen Zeiten der Geschichte Krisen bewältigten und Übergänge von einer Lebensphase in eine andere markierten. Die Lebensbedingungen mögen sich in der modernen Welt verändert haben, die Krisen und Übergänge sind die gleichen geblieben: Der Wandel vom Jugendlichen zur erwachsenen Frau und zum erwachsenen Mann, der Eintritt in das Familienleben, die Lebensmitte, der Eintritt ins Alter, verlangen nach gestalteten Übergängen, Ritualen, Initiation. Wichtige Entscheidungen – seien es Partnerschaft oder Trennung, berufliche Neuorientierung oder Krankheit – verlangen einen Rückzug aus dem Alltagsleben, um innere Klarheit und Stärke für den nächsten Schritt zu gewinnen.

Eine Vision Quest ist kein Therapieersatz und ist keine Therapieform. Vielmehr ist jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin auf sich selbst gestellt. Es existiert auch kein klassischer Therapeut. Die Leiter von Visionssuchen nehmen den Platz der “Ältesten”ein, einer Form von Ältestenrat, die die “Initianden” auf Ihre Zeit in der Natur vorbereiten und deren Erfahrungen spiegeln.

Ein sehr wichtiger und in unserer Zeit immer bedeutenderer Teil der Visionssuche ist der Beitrag zur Gemeinschaft, den jeder Rückkehrer leistet. Was bringe ich von meiner Visionssuche der Gemeinschaft mit? Welche Aufgaben gilt es für mich im Sinne der Gemeinschaft zu bewältigen? Diese und viele Fragen mehr werden auch in dem Kapitel Visionssuche - Warum? näher erörtert.



Andreas Vierling
Telefon +49 - (0)7224 - 988 907
E-Mail info@andreasvierling.de



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